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Weltkrieg sind die zwei fast dauernd zusammengewesen und haben miteinander auch Geschäfte gemacht. Um diese möglichen Vorteile realisieren zu können, wurden im Jahr die integrierten Informationssysteme der sog. In Vorarlberg da geht man bewusst auf eine Veranstaltung, egal welche Art, man geht entsprechend angezogen. Dabei schlug er zum Teil ein hohes Tempo an, welchem nicht alle folgen konnten.

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Frau Kilga, die ursprünglich im Allgäu aufgewachsen ist und in ihrer Kindheit oft auf Urlaub bei ihrer Tante in Vorarlberg war, meint dazu: Ich bin 28 Jahre lang bei dem Verein Harmonie gewesen. Für mich ist Götzis mehr als Götzis. Ich habe immer das Heimweh nach Götzis gehabt. Wenn ich im Spital bin, habe ich halt Heimweh, oder? Des Weiteren meint Frau Baldauf dazu: Erstens hatte man das Elternhaus enteignet und man hatte zu Hause sowieso nichts mehr.

Dem Vater wurde die Landwirtschaft weggenommen und er wurde enteignet. Ich bleibe in Götzis und sterbe in Götzis, aber ich lebe noch lange. Grenzübertritt früher und heute aus der Sicht der älteren Generation Welchen Vergangenheitsbezug haben die anderen Interviewpartner zum Alpenrheintal? Durch sein Engagement für den Lebensraum ist Herrn Huber aus Sennwald zunehmend bewusst geworden, dass die Grenzregion als Ganzes anzuschauen ist, dass der Rhein eigentlich eine heikle, politische Trenn- linie ist, die aus der geschichtlichen Entwicklung heraus entstanden ist.

Aber das hat Nachteile. Man schottet sich noch mehr ab und ist nicht bereit zu schauen, von der anderen Seite auch etwas zu lernen. Ich würde sagen, das Bewusstsein65 ist nicht mehr so scharf, wahrscheinlich ist es mehr ein Unterbewusstsein. Durch den Zuzug hat sich in unserer Gesellschaft soziokulturell verändert, ich meine den Zuzug aus der gesamten Schweiz und aus dem Ausland.

Jeweils am Sonntag haben Schläge- reien stattgefunden zwischen den Jugendlichen aus Ruggell und Salez… wir sind mit den Fahrrädern rüber zu den Schlägereien. Weltkrieg ist Feldkirch der Einkaufsort für Salez gewesen. Die Beziehungen zu Feldkirch und Liechtenstein waren relativ eng. Feldkirch war einfach die nächste Stadt, da hat es Geschäfte gehabt. Margrethen ein Kunstwerk gestaltet hat. Margrethen unmöglich gewesen, dass ein Österreicher ein gemeinsames Grab gestaltet. Der Horizont hat sich schon erweitert.

Man schaut nur auf die Schweizer Karte. Meine Frau ist in Rorschach aufgewachsen. Einen starken Austausch hat es auch weiter oben, in der Region Widnau gegeben. Früher musste man, wenn man in die Schweiz wollte, immer einen Grenzpassierschein holen und einen Pass dabeihaben. Auch nur für einen Tag. Man hat sich in Vorarlberg mehr Lebensfreude zugestanden.

Die Öffnungszeiten waren auch viel länger. Wenn man gegangen ist, häufig sind wir nicht, aber wenn, dann sind wir nicht nach St. Mit den Kindern bin ich jetzt auch schon mal ins Kino, ins Cineplexx. Jetzt, meine Töchter sind im Teenageralter und gehen wahnsinnig viel über die Grenze. Das ist der EU-Beitritt. Das andere ist die Öffnungen der Grenze, jetzt kann man rundherum Heute kann nichts passieren, gerade beim Alten Rhein.

Das Thema Grenzen prägt sehr, sehr. Die Entscheidung, Grenzgänger zu werden, ist schwieriger gewesen. Man hat genau überlegen müssen ob man Grenzgänger wird oder nicht. Steuertechnisch hat es heute überhaupt keinen Nachteil, egal auf welcher Seite man arbeitet.

Ganz früher ist man in die Schweiz zum Einkaufen: Nudeln und so Zeug, dann ist man auch mit den Fahrrädern relativ viel un- terwegs gewesen — auf der österreichischen Seite hinunter und der Schweizer Seite hinauf — oder umgekehrt.

Der Onkel war öfters im Appenzell. Seit die Grenzen nicht mehr zu sind, ist es mehr ein Zusammenleben. Weltkrieg hat es sicherlich anders ausgeschaut — teilweise gegen-, teilweise miteinander. Die komplexbehaftete Grenzregion Herr Heinzle aus Oberschan meint, dass es bestimmend für die Region war, dass diese während der ganzen Geschichte als eine vernachlässigte Region wahrgenommen worden ist.

Hier im Rheintal hat er sie wieder verkauft. Das ist scheinbar früher üblich gewesen. Dann hat er einen Schreiner in Hohenems kennengelernt, den Anton Kästle, welcher später die Skifabrik Kästle gegrün- det hat. Weltkrieg sind die zwei fast dauernd zusammengewesen und haben miteinander auch Geschäfte gemacht. Die konnte man verpflegen. Jede Familie konnte wählen ob sie eins, zwei oder mehr wollte. An einem Sonntag sind sie dann in Scharen von Hohenems an die Grenze gekommen.

Durch das hatten wir Kinder eine wahnsinnig enge Beziehung zur Familie Kästle. Der Sohn vom Anton Kästle ist mit mir einmal nach Paris, er musste französisch lernen für die Schule, ich habe französisch unterrichtet. So ist der Kontakt bestens gewesen. Das ist meine Geschichte, andere Familien hatten auch Beziehun- gen vor dem Krieg und die Familien haben das nach dem Krieg wieder aufgebaut.

Dann hat es sich aufgeweicht. Ware war in der Schweiz ja qualitativ besser [ Herr Busch aus Marbach meint: Jahrhundert ist man über die Grenze um sich Frauen zu suchen. Das gleiche Phänomen hat man auch in den ern.

Die Schweiz hatte ja einen Frauenüberschuss nach dem Krieg, weil die Schweiz neutral war und deshalb verschont wurde. Das hat mit den Vorarlberger Müttern zu tun. Vergangenheitsbezug Vor allem in den Aussagen der älteren Generationen beiderseits des Rheins spiegelt sich ein lebhafter und persönlicher Austausch über die Grenzen hinweg wider.

Weltkrieg be- deutete jedoch einen wesentlichen Einschnitt für diesen Austausch und in der Nachkriegszeit beobachtete man den Nachbarn mit einer gewissen Skepsis.

Des Weiteren spielten bereits früher die funktionalen Beziehungen, wie zum Beispiel das Pendlerwesen, eine gewichtige Rolle. Die jeweilige Nachbarregion hatte einen Gebrauchswert. In diesem Zusammenhang wurde der wirtschaftliche Aufschwung im Vorarlberger Rheintal von den Schweizern jedoch lange Zeit kaum wahrgenommen. Anhand einer Analyse des Freizeitverhaltens und der Freizeitorientierung in der Grenzregion wird im folgenden Kapitel eine aktuelle Momentaufnahme der funktionalen Beziehungen dar- gestellt werden.

Die fünf Abbildungen zeigen eine Auswertung der Freizeitorientierung nach ausgewählten Her- kunftsregionen: Galler Rhein- tal Abb. In der weiteren Folge werden die Nen- nungen, also wo die befragten Alpenrheintalerinnen und Alpenrheintaler ihre Freizeit verbringen, den Teilräumen zugeordnet und relativ zur Gesamtanzahl dargestellt. Distanzen sind bei der Wahl des Freizeitraumes teilweise ein hinderlicher Faktor.

Eine Ab- hängigkeit von Freizeitangeboten wie Museen, Kinos, Einkaufszentren ist nur bedingt gegeben. In Ergänzung zur Unterscheidung nach Herkunftsregion der befragten Personen zeigt diese Statistik die Freizeitorientierung nach Staaten.

Die am häufigsten genannten Freizeitorte und -räume. Von den Gemeinden und Städten wird Bregenz am häufigsten genannt, dies hängt jedoch unter anderem mit den Festspielen zusammen. Schematische Gliederung der wichtigsten Freizeiträume im Alpenrheintal69 1. Wandern gehen wir auch in die Nähe, zum Beispiel nach Götzis. Mit dem Club fahren wir auch in die Schweiz, nach Deutschland, oder generell im Bodenseegebiet.

Alles in hundert Kilometern Ent- fernung ist kein Problem. Nachteil in der Schweiz ist, dass es relativ teuer ist beim Essen und Trinken. Als Fischer ist es für mich eine Grenze, weil ich nicht rüber darf mit dem Fischerzeug — dann verhaften sie mich sofort. Ist ja logisch, oder? Als Badender ist es keine Grenze, aber ich werde nicht extra in die Schweiz fahren, wenn ich hier das gleiche Wasser habe.

Wir schwimmen halt rüber. Aber hier ist es mit dem Fahrrad einfach näher. Spazieren gehen wir auch nicht. Natürlich ist es eine Grenze, aber ich habe nicht das Bedürfnis rüber zu gehen. Auch Frau Klien teilt die Meinung ihres Mannes: Generell in der Region. Ich bekom- me hier alles — wieso soll ich also nach Deutschland? Früher war es anders, vielleicht weil es billiger war. Jetzt kommen die Schweizer zu uns […] In St. Margrethen waren wir schon lange nicht mehr, mit dem Rad vielleicht letztes Jahr einmal.

So wie früher nach St. Heute geht man vielleicht einmal ins Migro, nach einer Fahrradrunde — Kaffee und gute Nudeln, sonst bleiben wir einfach hier in der Nähe. Wenn es näher wäre in die Schweiz, wäre es egal, vorausgesetzt es ist nicht teurer. Ich glaube nicht, dass ein Vorarlberger in die Schweiz fährt um dort einzukaufen. Man bekommt die Schweizer Schokolade teilweise auch schon hier.

Ausflüge in das Schweizer Gebiet, in die Schweiz, sind für uns aus Kostengründen eher schwierig. Ich muss mein Angebot nach den Schwächsten richten. Einmal waren wir im Appenzell. Das war der einzige Schweizausflug in den drei Jahren meiner Tätigkeit.

Herr Amann hat im Vorarlberger Rheintal so viele Möglichkeiten zu erwandern, dass er noch nicht den Bedarf hatte, über die Grenze zu gehen. Das Einkehren ist in der Schweiz teurer, was ein rele- vantes Hindernis ist. Er geht jedoch oft Kleinigkeiten einkaufen, weil es in Diepoldsau einfach gute Bäckereien gibt.

Frau Oberhauser aus Götzis: Dann kommt man zum Alten Rhein und kann dort baden. Das ist eigentlich nicht erlaubt, vor vielen Jahren wurden wir gestellt, mussten also den Pass zeigen.

Jetzt kann man dort einfach spazieren, auf der Schweizer Seite, ohne Pass. Es gibt aber immer noch dieses Gefühl, darf man oder darf man nicht? Man merkt, wie es in den Knochen steckt, diese Trennung. Und die Gefahr, dass man mit der Waffe bedroht werden könnte.

Einem Freund von mir ist das passiert, sie hatten gemeint wir sind über die Grüne Grenze […] Ich glaube, die Grenze löst sich erst auf. Für uns ist das über der Grenze immer noch etwas anderes. Mich zieht es überhaupt nicht in diese Gegend, zum Laufen vielleicht. Ich habe das Gefühl, ich habe hier noch nicht so viel entdeckt. Dann möchte er wissen, was ich mache und wenn ich morgen komme, dann möchte er schon wieder wissen, was ich mache.

Dann kann ich zu ihm sagen: Auf der einen Seite macht man es einfacher, auf der anderen Seite gibt es wieder neue Hürden.

Das ist für viele wie ein Ausflug. Bei den Älteren kommt vieles noch von früher. Man war es einfach gewohnt so. Das einzige, was in der Schweiz stört, ist, dass man Schweizer Franken braucht.

Die meisten bleiben schon auf dieser Seite. Man bekommt echt alles. Das gibt es in Lustenau nicht. Oder ins Cineplexx nach Hohenems. In Lustenau wäre auch eines, aber dort gibt es nur zwei Säle. Seit es das Cineplexx gibt, gehe ich immer dorthin. Man kann auch einfach etwas trinken, essen und man trifft viele Leute. Man trifft auch Kollegen dort.

Früher war ich jeden Sonntag im Cineplexx. Es hat auch relativ viele Kontakte in die Schweiz gegeben, heute hat sich das leider wieder aufgelöst.

Wir sind ja in zehn Minuten drüben. Mittlerweile wird es auch mehr genutzt. Meine Kinder sind im Cineplexx. Das ist ein Ort, wo ich mich extrem wohlfühle. Es hat damit zu tun, dass einer meiner besten Kollegen dort herkommt und wir an diesem Ort so viele tolle Gespräche hatten. Ich verbinde den Ort mit so vielen schönen Erinnerungen, dass er mir viel bedeutet.

Als Liechtensteiner geht man sehr gern nach Feldkirch in den Ausgang. Lieber als nach Chur oder nach St. Wenn, dann sind wir nach Zürich, dort hat es dann die richtigen Clubs gegeben: Erlebnisse, die man bei uns nicht hatte, so wie in einer Stadt. Das ist eine Gebrauchssicht. Man geht nach Vorarlberg, weil es günstiger ist: Wir profitie- ren unglaublich, das wäre schlimm, wenn wir nicht mehr die ganze Gegend einbeziehen könnten.

Zum Beispiel beim Wandern, Velo fahren oder sogar Einkaufen Wir fühlen uns wohl grenzüberschreitend. Spontan, das wichtigste ist schon Bregenz. Bregenz würde ich fast an die erste Stelle geben. Wenn wir eine Ostschweizerkarte nehmen und mit dem Zirkel einen fünfzig Kilometer Kreis ziehen, was erreichen wir dann?

Der Messepark ist natürlich ein Anziehungspunkt und dann — sind wir ganz ehrlich — dann oft auch die Preise, beim Fleisch zum Beispiel. Einen Teil von der Jugend war ich zwar nicht im Rhein- tal, ich kann mich aber an die Ausgehmöglichkeiten erinnern. Der Sender hat ausgestrahlt bis hierher, da waren wir zwar schon zwanzig. Das hat es damals hier aber nicht gegeben. Es hat nichts existiert.

Noch etwas später, da war ich schon Journalist, da hat das Kulturangebot ausgestrahlt: Spielboden, Altes Kino Rankweil. Ich habe mir einmal vorgenommen, ich gehe nicht mehr weiter im Alpenraum, bevor ich nicht auf jedem Berg oben war, den ich jeden Tag sehe. Feldkirch Altstadt, man hat das Gefühl, man ist in den Ferien.

Die Lauben- gänge usw. Beispiel die Zeitungsständer, wo man zahlen sollte, es aber nicht tut, das kennt man in Vorarlberg seit 30 Jahren. Das hat sich sicherlich geändert, aber das ist meine Erfahrung aus der Jugendzeit. Wenn man einkaufen ist, ist man nach Zürich oder Chur, nicht St. Gallen, schon gar nicht über den Rhein.

Das ist immer schon so gewesen […] Liechtenstein hat für die Schweiz auch eine wichtige Freizeitfunk- tion. Jeder Schweizer war schon einmal dort und geht auch immer wieder. Früher war es üblich, am Sonntag auswärts essen zu gehen. Selbstverständlich war da Liechtenstein ein Teil […] Der normale Mensch ohne kulturelle Interessen oder Ausgehinteressen, geht nicht nach einfach nach Österreich in Lokale zum Essen.

Der Durchschnitt ist auch heute noch auf seinen Ort konzentriert, wenn man so will geht er vermutlich schneller nach Liechtenstein oder nach Chur, als auf Altstätten und von hier aus am wenigsten nach Vorarlberg. In den letzten Jahren hat sich der Bezug des Werdenbergs zu den Nachbarregionen allerdings dahingehend verändert, dass Buchs eine stärkere Zentrumsfunkti- on einnimmt und Werdenberg somit an Eigenständigkeit gewonnen hat.

Nichts desto trotz wird in den Interviews nach wie vor der Stellenwert von Vorarlberg für die Freizeitgestaltung betont.

Derzeit für mich nicht. Ich fahre vielleicht einmal mit dem Fahrrad bis nach Bad Ragaz Es sei denn ich mache mal Ausflüge von Luziensteig nach Bad Ragaz. Das kann schon sein. Unser Hauptzentrum, unser Weg ist hier. Wir persönlich orientieren uns in Richtung Lenzerheide, Davos, Klosters. Fragen Sie nicht, warum, aber es ist so. In anderen Lebens- bereichen ist das anders: Einkaufen gehen wir am liebsten hier, weil wir sehr viel vor Ort haben.

Ich muss nicht nach Zürich laufen. Das kulturelle Angebot ist sehr gewachsen hier. Man kann eigentlich alles abdecken hier. Wir persönlich gehen hin und wieder nach Zürich um Kultur zu konsumieren, weil wir dort persönliche Bindungen haben. Aber ansonsten ist es nicht alltäglich. Was mir auch aufge- fallen ist, ist, dass am Walensee sehr viele Vaduzer und Liechtensteiner sind, die dort hingehen zum Baden.

Die könnten ja eigentlich genauso gut zum Bodensee fahren. Ich frage mich öfters warum wir eigentlich nicht nach St. Nach Zürich fährt man eine Stunde, das ist eine schnelle Verbindung. Gallen fährt man doch länger, es ist ein Bummelzug.

Ich denke, die Festspiele in Bregenz sind sicher ein Magnet und der Bodensee an sich — auch. Mir gefällt er gut, weil er in die Berge eingebettet ist. Wir gehen nach Flims und haben einen wunderbaren Badesee, deshalb brauchen wir nicht unbedingt an den Bodensee. Wenn ich Ferien möchte, dann gehe ich eine Woche an den Bodensee. Für eine Tagesreise, gehe ich nicht an den Bodensee.

Freizeitverhalten und Freizeitorientierung in der Grenzregion Die befragten Alpenrheintalerinnen und Alpenrheintaler verbringen ihre Freizeit in erster Li- nie in der eigenen Region. Bei den befragten Vorarlberger Rheintalern ist der Rhein hingegen eine Grenze für die Freizeitgestaltung. Auf Schweizer Seite sind die grenzüberschreitenden Freizeitorientierun- gen wiederum stärker ausgeprägt als in Vorarlberg.

Eine interessante Erkenntnis ist, dass die Querorientierungen — also zum Beispiel zwischen dem St. Am ehesten fühlen sich die Liechtensteiner mit dem Alpenrheintal als Ganzes verbunden. Um ein differenzierteres Bild über die Identitäten zu erhalten, soll im nächsten Kapitel den Gemein- samkeiten und den Unterschieden in der Grenzregion aus der Sicht der Alpenrheintalerinnen und Alpenrheintaler nachgespürt werden.

Wo fängt sie für dich an? Wo hört sie auf? Auf diese Fragen wurden von den befragten Personen verschiedenste Orte und Abgrenzungen genannt. Will man in den Antworten eine regionale Unterscheidung erkennen, ist es hilfreich, die Abgrenzungsfrage mit dem Wohnort der befragten Personen zu verschneiden.

Bei der Befragung wurde betont, dass es explizit um eine subjektive, persönliche Wahrnehmung der Region geht — vordergründige Abgrenzungen auf Grund von offiziellen Beschreibungen sollten ausgeblendet werden.

Man ist schon mehr orientiert auf der linken Seite, auf der Schweizer Seite. Ich habe immer gesagt, bis nach Chur komme ich um zu wohnen oder für die Arbeit. Aber alles nach Chur, ist für mich zu weit weg. Das sind zu viele Berge, zu viel von der Zivilisation weg. Alles nördlich von Buchs hat eine geringe Bedeutung Wir haben noch eine Beziehung zu Lindau, einfach weil wir deutsch sind. Dann kommen wir zwangsläufig an Bregenz vorbei und gehen ins Kunsthaus oder einen Kaffee trinken.

Ich kenne aber genug Churer, die noch nie in Bregenz oder in Lindau waren. Wenige gehen vielleicht nach Bregenz in die Festspiele, aber dann wieder heim. Der Churer ist in Richtung Zürich orientiert. Rheintal bis Hirschensprung, rechtsrhei- nisch Vorarlberg, Werdenberg bis Hirschensprung, rechtsrheinisch Liechtenstein, und ein Teil Sargans bis Chur als einer.

Das macht fünf Räume. Es gibt nicht nur eine vertikale Teilung, sondern auch eine horizontale Teilung: Das haben die Leute auch nicht gern. Das ist eine kantonale Geschichte. Das ist politisch sehr belastet. Das hat mit den Identitäten zu tun. Wir sind Werdenberger, nicht Oberländer, nicht Rheintaler, wir sind Werdenberger.

Von der Volksgruppe her gehören wir zu den Bündnern. Das ist ein künstlicher Schnitt in Ragaz, normal müsste der Schnitt am Hirschensprung sein. Es ist dort unten wirklich ein anderer Typ Mensch. Vielleicht noch der süddeutsche Raum etwas dazu. Es ist für mich eine Region, wenn ich mich in ihr bewege, ich kann so ziemlich erzählen was ich will — ich komme mir mehr oder weniger verstanden vor. Es ist ein gewisses gemein- sames Vorwissen vorhanden.

Die Regionen haben zum Teil nichts zu tun miteinander. Das Sarganserland72 ist aufwärts orientiert, sie sind weit weg. Galler Rheintaler fühlen sich auch immer vernachlässigt und eigenbrötlerisch.

Gallen hat es nie geschafft, eine richtige Identität herzustellen. Alle jammern das gleiche Lied. Und auf jeder Seite zwei Länder oder drei Länder.

Ich sehe eigentlich überall hin und dort, wo halt Berge sind, sehe ich nicht mehr vorwärts und dort hört das Rheintal für mich mehr oder weniger auf. Im Prinzip wäre das Rheintal den ganzen Rhein entlang, auch noch weiter hinauf. Für uns ist das Rheintal meis- tens von Bregenz rechts und links durch die Berge begrenzt und würde für mich fast schon in Feldkirch aufhören.

Das, was ich als Rheintal verstehe. Für mich ist sicher um die Kummenbergregion herum ein wichtiger Punkt […] vom wohnen her, vom Alltag her ist das eigentlich das Hauptding. Galler und einer Vorarlberger Rheintal- perspektive beleuchtet werden. Es wird unterschieden nach den drei Altersgruppen der bis Jäh- rigen, der Jährigen und der ab Jährigen.

Zudem wird die Stadt St. Gallen in die subjektive Abgrenzung miteingebun- den. Galler Rheintaler bis Jährige Abb. Vorarlberger Rheintaler bis Jährige Abb. Die Karten wurden während der Befragung von Jugendlichen im Alpenrheintal zum Thema räumliche Orientierung als In- dikator für regionale Identität gezeichnet.

Galler Rheintal hat einen grenzüber- schreitenden Blick auf die Region Abb. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Grenzregion Die Beantwortung der Frage, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es in der Region gibt, ist abhängig davon, auf welche Region sich die Antwort bezieht.

Betrachtet man die Antworten zunächst aus einer Innenperspektive, so wird man verschiedene Teilregionen ausmachen können. So gesehen sind die Aussagen zu den wahrgenommenen Gemeinsamkeiten gleichzeitig als eine Art Abgrenzungsversuch, als ein markanter Unterschied zur den jeweiligen Nachbarregionen zu lesen.

Die Antworten liefern dennoch einen guten Einblick in das Selbstverständnis der Alpenrheintalerinnen und der Alpenrheintaler ihrer Region gegenüber. Zusätzlich konnten in der Region selber auswärtige Besucherinnen und Besucher befragt werden. Was ist typisch Rheintaler? Wahrnehmung des jeweiligen Nachbarn eingeleitet. Die Graphik zeigt die typischen Eigenschaften einer Alpenrheintalerin bzw.

Der Dialekt ist die häufigste Nennung. Ob der Dialekt als etwas Gemeinsames oder als etwas Unterschiedliches wahrgenommen wird, soll ein genauerer Blick auf die Aussagen der vertiefenden Interviews zeigen. Man ist schneller in einer Vertrauenssituation wo man mehr sagt, wo man ehrlicher ist, direkter. Ich kann mit allen reden und kann mir das Blabla sparen. Viel Kreativität und Information und Leute, die es umsetzen.

Es wird hier der Interviewer angesprochen, der aus Vorarlberg kommt. Die Sprache, die ge- baute bzw. Das ist viel- leicht ein etwas heftiger Ausdruck […] Das ist der Vorarlberger nicht, überhaupt nicht. Ich hatte noch nie eine Situation, wo ich gedacht habe, nein danke. Vom Charakter her, kann ich das nicht beurteilen, aber vom Gespür her. Angenommen, wir gehen nach Hongkong und treffen dort einen Vorarlberger, einen aus Götzis oder aus Feldkirch, dann wäre da nicht einmal ein Unterschied.

Es ist das gleiche. Die Mentalität ist ähn- lich, wenn man drüben unterwegs ist. Man kann die Verwandschaft sicher nicht leugnen. Die Schweizer sind auch ähnlich reserviert wie wir.

Wenn man sich schon etwas kennt, dann ist man sehr, sehr herzlich. Dann war er aber voll akzeptiert. Im Wald79 ist es eine ganze Katastrophe, als nicht Wälder muss man gar nicht das Maul aufmachen. Oder in der Emser Rütte, bis man ein Rüttner ist, es dauert ziemlich lange, bis man akzeptiert wird. Das hängt wohl mit den Bergvölkern zusammen. Galler Rheintal und Vorarlberg ale- mannisch.

Man kann dies noch deutlich an den Flurnamen erkennen und merke es heute immer noch in der Sprache. Dadurch vermutet er einen guten Kontakt zwischen Vorarlberg und dem St. Wir sind ja eigentlich auch die gleiche Volksgruppe, auch rätoromanisch. Aus dieser Perspektive ist das eine künstliche Grenze. Das ist doch bei euch nicht anders.

Die Österreicher und die Rheintaler haben auch viele Verbindungen. Galler Rheintal und dem Vorarlberger Rheintal. Das sind die entscheidenden Mentalitätsgrenzen — konfessioneller, geschichtlicher Art. Werdenberg ist am Arsch der St.

Galler Welt und eher in den romanisch, bündnerischen Raum hinauf orientiert. Ich kann aber nicht sagen, wie es weiter unten im Rheintal aussieht. Diese Wahrnehmung was das Verhältnis zu Liechtenstein betrifft, wird in den Aussagen der befragten Österreicher und Schweizer bestätigt.

Alles ist angepasst […] Sprache ist einfach alles. Wenn ich am Postschalter etwas aufgebe, dann fängt man hochdeutsch an. Wenn ich dann aber etwas in Mundart frage, dann schwätzt er auch gleich Mundart zurück. Das wechselt relativ rasch. Man darf natürlich auch nicht etwas vergessen, hier in einer Grenzregion, wie wir es sind, haben die Leute es ständig mit anderen Kulturen, anderen Mentalitäten, anderen Sprachen zu tun. Wenn jetzt ein Deutscher kommt und den am Bahnschalter etwas fragt, dann muss er hochdeutsch antworten, weil er sonst nicht verstanden wird.

Darum hat sich das so eingebürgert, das hängt eher damit zusammen. Den Kontakt zur Freundin aus Feldkirch, die jetzt ebenso in Trimmis wohnt, hat der unterschiedliche Dialekt hingegen nie beeinflusst. Gams und Feldkirch ist noch viel ähnlicher, sie hatte sich ursprünglich mit dem Bündner Dialekt schwerer getan, weil es eine andere Betonung ist.

Generell war die Sprache für Frau Horn nie ein essentielles Hindernis, sich als Gamserin auf das Bündner Rheintal einzulassen, wichtiger war das Fehlen der gemeinsamen Erinnerungen. Ich würde sagen, ein Berner Man wechselt öfters ins Hochdeutsche. Man redet schweizerdeutsch, wenn man den Österreicher schon kennt. Das erscheint zunächst als Widerspruch zur Wahrnehmung von Frau Horn, ist aber damit zu erklären, dass er persönliche Wurzeln in Graubünden hat.

Galler Rheintal kommt, aber einer äl- teren Generation angehört, dann zeigt sich eine noch deutlichere Gemeinsamkeit in der Sprachwahr- nehmung als bei Herrn Tobler: Lustenauer und Widnauer reden fast ähnlich, ebenso an der Grenze Höchst — St. Wenn wir jetzt in Vorarlberg sind, dann habe ich das Gefühl, wir sind hier in der Schweiz… schon wegen des Dialekts.

Hier sind sie wie Nachbarn, wie Verwandschaft. Es wissen viele, dass man eigentlich aus dem gleichen abstammt, dass die Grafen von Hohenems und das Kloster St. Gallen hier das Sagen hatten, hüben wie drüben. Herr Heinzle aus Oberschan beantwortet die Frage, ob sich die Dia- lektunterschiede und somit die Sprachgrenzen in der heutige Zeit zunehmend auflösen, so: Man merkt sofort, ob jemand ein Liechtensteiner ist oder nicht.

Eine Grenze wird für mich praktisch aufgehoben: Die zwischen dem St. Galler Rheintal und Vorarlberg. Die reden für mich genau gleich. Das ist eine ganz andere Sprache, weiter weg als Liechtensteinisch. Aber wir müssen wissen, dass es uns gegenseitig gibt und dass wir ge- meinsame Interessen haben und gemeinsam Probleme lösen.

Einander verstehen, einander zuhören und nicht mit dem Rücken an der Grenze stehen und auf den eigenen Bauchnabel schauen. Laut Herrn Heinzle sind sich die Schweiz und Liechtenstein viel näher, vor allem durch die Zollunion und die damit verbundenen Verträge. Beide Länder haben die gleiche Währung, die gleiche Post. Warum es doch Gemeinsamkeiten mit Vorarlberg gibt? Wenn man den Blick aber heraus nimmt, ist man schon wieder nahe beieinander.

Der klassische Lustenauer redet sowieso ganz anders. Das prägt das Bild von der Region. Aber das ist keinem bewusst. In Vorarlberg gibt es eine Mundartszene — nicht einfach die Heimatgeschichte, sondern da steckt mehr dahinter — das gibt es hier nicht. Das Besinnen auf diese spezielle Art von Dialekt könnte eine schöne Klammer sein über den Rhein hinaus. Der Unterschied zu St. Von den Häusern her ist es ähnlich wie bei uns, eher ländlich könnte man sagen. Vorallem die linke Seite Belastungen!

Wer schreitet ein, um Urs Schwaller die Verantwortung für die internen Untersuchungen zu entziehen? Guter und nötiger Artikel von L. Es ist ja schön, wenn jemand wie BR Leuthard immer gute Laune hat und lächelt. Das Lächeln stösst einem aber langsam sauer auf.

Ähnlich scheint es dem EU-Kommissionspräsidenten Juncker zu gehen. Man habe ihm seit Jahren x-mal den Abschluss des Rahmenvertrags versprochen. Das letzte Mal durch eine strahlende und lächelnde Bundespräsidentin im Herbst Niemand fand es offensichtlich für nötig, Juncker reinen Wein über die innenpolitisch schwierige Situation diesbezüglich aufzuklären, weder Alt-BR Burkhalter noch eben die BuPr von Oder liege ich falsch?

Allein schon beim ersten Foto, wo Leuthard und Brechbühl satt und zufrieden in die Kammera Grinsen musste ich als Steurzahler das Erste mal kotzen! Da tun sich ja Abgründe auf in diesem Staat. Gratulation an Lukas Hässig, sie laufen ja zu Höchstform auf dieses Jahr! Und jetzt an die korrupten und unfähigen Journalisten: Und die Staatsanwaltschaft macht offenbar auch nichts.

In U-Haft sitzen ja die Verdächtigen offensichtlich noch nicht. Die SRG macht wieder mal eine ganz traurige Figur. Hab nun entgegen meiner ursprünglichen Absicht auch Ja gestimmt zu NoBillag. Gischa hat selber gesagt, es gibt keinen Plan B. Riesen Flasche kriegt vermutlich jeden Monat 50 Riesen für 2 Sitzungen geschoben, hat Pläne, wie man am Sessel festkleben kann, aber keinen Plan B???

Bilag ist bald Geschichte, sofern sich unser Unrechts-Staat auch nur einmal an das Wahlresultat hält. Ich wiederhole mich immer und immer wieder, da es die Menschen nicht verstehen wollen: Manche Opfer können Ihr trauriges Schicksal dabei nicht selber beeinflussen, doch wir alle können es, wir befinden uns ganz freiwillig in diesem menschenverachtenden System, das uns erst dann bedrohlich erscheint, wenn wir persönlich plötzlich durch einen ganz konkreten Einschnitt durch das System betroffen sind.

Ansonsten laufen die Ungerechtigkeiten sehr subtil und für die Masse gar nicht wahrnehmbar im System ab, und nur deshalb, weil wir alle unwissenderweise dabei das System mit unserer Energie versorgen und am Leben halten. Wir meinen, wenn wir auf die Täter zeigen, sie anklagen, und gleichzeitig jedwelche Eigenverantwortung von uns weisen, würde sich an unserer durch und durch korrupten Finanzherrschaft, die uns als freiheitliche Demokratie verkauft wird, irgend etwas ändern. Beispielsweise an besagter Abstimmung über die No-Billag Initiative.

Leider erkennen viel zu wenige, dass uns die Mainstream-Medien permanent anlügen, Tatsachen verdrehen, und das Wichtigste ganz verschweigen…. Subventionsbetrug über 10 Jahre von mind. Quelle Tagi vom Stattdessen markige Politikersprüche U. Leuthard mit obligatem Lächeln , eine Hauptverantwortliche, der man das Vertrauen ausspricht! Ja, da kann man am Rechtsstaat zu zweifeln beginnen.

Der CVP-Filz funktioniert einwandfrei. Ribar, Ruoff und Leuthard sind nur noch wegen ihres Geschlechts in ihren Positionen. Männer wären schon längst aus Anstand zurückgetreten ausser TT und weisse Weste nicht.

Grübel war hier ein grosses Vorbild im Fall Adoboli. Obwohl unwissend, hat er die Oberverantwortung übernommen und ist abgetreten. Diese Filz Partei ist sowieso mehr als überflüssig, nämlich nur noch unnötig und sogar schädlich. Je schneller sie von der Politbühne verschwindet, umso besser! Schade nur, dass es noch fast 2 Jahre dauert bis zu den nächsten, nationalen Wahlen.

Der Bund soll betteln müssen für seine Einnahmen. Nur so kann diesem Fass ohne Boden endlich Einhalt geboten werden. Da werden Milliarden für Verwaltungsaufwändungen verschwendet und tausende Stellen beschäftigt, welche null Wertschöpfung bringen sondern nur das Gewerbe und die Bürger belasten.

Zusammenhänge Bundessteuer und Postautoskandal? Zudem erfolgen ja Subventionen und sonstige Zuwendungen Darlehen u. Hat der Bund kein Geld, kommen diese Leute gar nicht erst auf die Idee hier Geld zu verteilen oder nicht so genau hinzusehen.

Schön-Wetter-Verwaltungsräte haben wir zuhauf, wir brauchen kritische und in der Branche versierte Verwaltungsräte. Keine Abwinker, die keinen Plan haben. Gerhard Pfister und Co. Kumpanei aus Politik und Behörden. Weniger Geld nach Bern. Im Prinzip wäre das auch in der Schweiz so vorgesehen. Man lese nur mal die Strafprizessordnung.

Die Verdächtigen müssten eigentlich sofort in ihren Büros oder Häusern in einer schweizweit koordinieren Aktion also gleichzeitig in Bern, Aargau usw verhaftet und in Untersuchungshaft gesetzt werden. Gleichzeitig müssten sofortige Hausdurchsuchungen zur Beweissicherung erfolgen.

Die Verdunkelungagefahr ist in dem Fall offensichtlich. Aber der Normalbürger, der sich täglich in den überfüllten ÖV zwängt kommt auf eine schweizweite Schwarze Liste — schlimmer behandelt als jeder Schwerverbrecher — wenn er mal kein überteuertes Billett hat, weil der Automat wieder nicht funktioniert! Er ist nach eigenen Worten der richtige Mann zur raschen und umfassenden Aufklärung des Postauto-Bschisses.

Schwaller will bei Postauto die Periode bis untersuchen lassen. Da war er noch nicht Post-Präsident. Aber es gab auch seit , d. Auf kritische Fragen im heutigen NZZ-Interview muss er eingestehen, dass er sich halt an gewisse Dinge nicht erinnern könne.

In den Bergern kann eine Seilschaft verhindern, dass ein Bergsteiger bei einem Fehltritt abstürzt. Diesem Nutzen der Seilschaft steht das Risiko gegenüber, dass die ganze Seilschaft in die Tiefe geht. Bei Seilschaften in Bundesbern dürfte dieses Risiko eher klein sein. P lötzlich münd mer i de Zytig lääse: Us de Gwünn werd Verlust kassiert! Das Ganzi werkt eifach total verhext. Damit haben die Geschäfte ihren Reiz verloren, in Deutschland wurden seither keine Verträge mehr geschlossen.

Ein entscheidendes Urteil sprach das Bezirksgericht von Ohio im vergangenen Jahr. Geklagt hatte ein Trust, der die Wuppertaler Abfallwirtschaftsgesellschaft übernommen hatte und für die Jahre bis rund 88 Millionen Dollar Steuernachlass einforderte.

Das Gericht lehnte ab. Es rekonstruierte den Deal und kam zu dem Schluss, dass es sich um ein reines Buchgeschäft gehandelt habe. Der Vertrag ist damit aber noch nicht aufgelöst, denn das Gericht beschäftigte sich nur mit der steuerlichen Absetzbarkeit des Geschäfts in den USA. Die Verträge deutscher Städte mit den Banken und der Versicherung laufen weiter. Auf alle deutschen Kommunen, die solche Verträge abgeschlossen haben, kommen jetzt unsichere Zeiten zu: Wie werden die Investoren reagieren, wenn der eigentliche Geschäftszweck, der Steuervorteil, entfällt?

Werden sie die Verträge auflösen? Für diesen Fall jedoch verpflichten die Verträge die Städte dazu, gleichwertigen Ersatz zu beschaffen. Deshalb suchen die Kommunen jetzt verzweifelt nach neuen Banken und Versicherungen. Der Kampf um die wenigen verbliebenen Anbieter, die heute noch die erforderliche Bonität haben, ist hart. Wird eine Kommune nicht innerhalb von 90 Tagen fündig, muss das Geschäft im schlimmsten Fall rückabgewickelt und der Geldgeber entschädigt werden.

Die Verluste könnten in die Millionen gehen. Was auf die öffentlichen Haushalte und damit auf die Bürger zukommen kann, zeigt das Beispiel der beiden Wasserverbände Baden-Württembergs. Der Grünen-Politiker muss zu einer Versammlung, auf der womöglich über die Zukunft deutscher Städte entschieden wird.

Tübingen hat zwar selbst keine CBL-Geschäfte abgeschlossen, ist aber dennoch infiziert: Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung, dem die Stadt angehört und von dem sie ihr Wasser bezieht, hat sein Leitungsnetz und alle Wasserwerke für Millionen Dollar an die First-Union-Bank verkauft und dafür 35 Millionen Euro ausgezahlt bekommen. Es wird kein leichter Tag für die Verbandsführer werden. Aus dem ganzen Land sind die Bürgermeister angereist, an die Lokalreporter hasten zwischen Stehtischen hin und her, um die grimmig dreinschauenden Bürgermeister zu befragen.

Boris Palmer möchte, dass juristische Schritte gegen den Investor geprüft werden und notfalls gegen den Vertrag geklagt wird. Der Tübinger Gemeinderat steht geschlossen hinter seinem Oberbürgermeister. Jener Gigant, den die amerikanische Regierung mit Milliarden Dollar Steuergeld gestützt hat, um ihn vor dem Kollaps zu bewahren, und der nun weitere Milliarden braucht.

Viele Städte werden sich nun neue Versicherungen suchen und dafür teuer bezahlen müssen. Die Lösung, die sich die Baden-Württemberger Verbandschefs ausgedacht haben: Die beiden Wasserverbände kaufen als neue Sicherheiten amerikanische Staatsanleihen für 70 Millionen Euro. Als Boris Palmer ins Neckarforum läuft, bebend vor Ärger darüber, dass ein krummes Geschäft durch ein weiteres krummes Geschäft abgesichert werden soll, hat sich die Lage über Nacht gedreht.

Der amerikanische Investor habe am frühen Morgen, wenige Stunden vor dem Versammlungsbeginn, per Fax überraschend einen Ausstieg aus dem Leasinggeschäft angeboten, verkündet Verbandschef Schuster.

Wenige Tage später werden die Verbände und der Investor handelseinig. Ende März werden die Verträge unterzeichnet sein. Schlimmer hat sich das krisengebeutelte Bochum verspekuliert: Die sozialdemokratische Oberbürgermeisterin und damalige Kämmerin Ottilie Scholz zog das Geschäft durch.

Sie behauptete, sie stehe unter Termindruck, und kam so einem Bürgerentscheid zuvor. Die Grünen, ihr Koalitionspartner, versuchten das Geschäft mit Blick auf den damals bevorstehenden Irakkrieg sogar zur guten Tat zu veredeln. Auch für die hoch verschuldete Hauptstadt könnte es noch teuer werden. Das Geld, mit dem die Geschäfte bisher abgesichert waren, ist zum Teil in solchen Papieren angelegt, die die weltweite Finanzkrise ausgelöst haben und die nun so gut wie unverkäuflich sind.

Darunter Papiere von Banken, die es nicht mehr gibt, wie Lehman Brothers. Nicht alles hätte man im Voraus wissen können, aber Skepsis gegen diese Art von Geschäften hat es von Anfang an gegeben. Und dann müssen noch fünf Juristen kommen, um einem den Vertrag zu erklären — das kann kein einfaches Geschäft sein!

In anderen deutschen Regionen haben Anwälte neue Marktlücken entdeckt. So wie sie damals die Geschäfte vermittelten, so bieten sich die Juristen heute den Kommunen als Berater an, wenn es um Ersatz für die im Ranking gesunkenen Versicherungen geht oder um Rückabwicklungen der Leasinggeschäfte.

Der Vertreter der Kanzlei Clifford Chance, der in Esslingen die Versammlung der Wasserverbände verfolgte, blieb gar nicht erst stehen, als er im Foyer nach dem Auflösungsvertrag gefragt wurde. Anrufe in den Anwaltskanzleien werden meist nicht beantwortet, oft sind Mailboxen eingeschaltet, nie ruft einer der Anwälte zurück.

Einen Interviewtermin kann Kämmerin Kudla erst in vier Wochen anbieten. Stuttgarts Oberbürgermeister Schuster hat für ein Gespräch grundsätzlich keine Zeit. Auch die Bundesregierung, auf die das Problem noch zukommen könnte, wenn Kommunen in ihrer Not unter den staatlichen Rettungsschirm drängen, will von dem Thema möglichst nichts wissen.

Doch die politisch Verantwortlichen werden Stellung beziehen müssen: Die ersten Städte haben sich schon hilfesuchend an den Bundesfinanzminister Peer Steinbrück gewandt.

Dennoch will er den Städten jetzt helfen, die KfW kann Bürgschaften gewähren. Schlimmer ist noch, dass Kommunalpolitiker das Recht gebrochen haben: Sie haben kreditähnliche Rechtsgeschäfte abgeschlossen. Das ist ihnen verboten.