Seite 19 Brexit, Trump & Co.: Globaler Siegeszug der Gaga-Politiker


Sparen für den Fiskus:

Gleiche Einzahlungen, aber unterschiedliche Zinsen


Ich wäre überrascht, wenn Jens Spahn als Abgeordneter gesetzlich pflegeversichert ist. Privat und Beihilfeversicherte sind ja von erhöhten Sätzen nicht betroffen. Wie sieht es dann aber aus mit der beitragsfreien Mitversicherung der Kleinen in der Krankenkasse der Eltern? Und Schulen und Kindergärten-alles nur von Eltern finanziert? Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass kinderlose Arbeitnehmer auch "mehr" erwirtschaften? Sprich mit einem höheren Bruttoverdienst sind auch im Gegensatz zu Familien höhere Sozialversicherungsbeiträge fällig.

Zusätzlich werden auch Kinderlose in Betrieben für soziale Belange, wie Urlaubslisten oder auch beim erstellen eines Sozialplans, benachteiligt. Oder bei Betrieben mit Schichtbetrieb fallen auch hier Kinderlose zurück. Die Liste lässt sich beliebig lang fortsetzen. Was ist denn mit Kinderlose die ehrenamtlich im Verein Kinder- und Jugendarbeit unterstützen oder aber, obwohl es nicht zu ihren Haupttätigkeiten gehört, sogar junge Facharbeiter ausbilden? Meinen Sie nicht auch dass hier ein wesentlicher Beitrag zur Förderung des Nachwuchs und zukünftiger Beitragszahler erfolgt?

Schauen Sie sich mal in den eigenen Reihen um welche Familienväter und -mütter sind ehrenamtlich als Trainer bzw. Trainerin in Vereinen tätig? Spahn fordert höhere Sozialabgaben für Kinderlose. Forum wählen Übersicht Foren zu Seite 5 von Wird das Rentenproblem überbewertet? Der Mann ist ja doch vernünftig. Ihr Kommentar zum Thema. Gerd Schürmann ist geboren. Er arbeitet bis zum Ihre Rente erhöht sich dadurch aber nicht mehr. Dort arbeitete er 20 Jahre lang, oft acht Stunden am Tag.

Erst seit Februar tritt er kürzer — wegen der Gesundheit — und erledigt kleinere Aufträge von zu Hause aus. In die gesetzliche Krankenkasse zahlt der jährige Rentner so zweimal ein. Er zahlt die Hälfte des allgemeinen Beitrags von 14,6 Prozent. Dass die geplante Zuschussrente wegen der hohen Hürden den meisten Betroffenen kaum hilft, geht in der hitzigen Debatte unter. Und noch etwas ist längst vergessen: Es war die schwarz-gelbe Regierung, die den Rentenbeitrag für Langzeitarbeitslose strich — und damit die Altersarmut befeuerte.

Indirekt verknüpft sie sogar ihre politische Zukunft mit der Zuschussrente. Die Unionsfraktion will sich von der ehrgeizigen Ministerin nicht erpressen lassen. Nach wochenlangem Hickhack einigt sich die Koalition Anfang November auf eine abgespeckte Zuschussrente — die Lebensleistungsrente.

Danach sollen Altersbezüge von Geringverdienern, die auch nach 40 Beitragsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung unter der Grundsicherung landen, aus Steuergeldern aufgestockt werden. Die Anhebung soll aber nur zehn bis 15 Euro betragen.

Der Koalitionsfrieden hält nicht einmal 24 Stunden. Bereits am nächsten Tag gibt es Streit über die Auslegung. Von der Leyen interpretiert den Beschluss im Sinne ihrer Zuschussrente. Die neue Lebensleistungsrente müsse sich am höchsten Grundsicherungsniveau in Deutschland orientieren, sagt die Ministerin.

Nach Ansicht der Liberalen gingen die Beteiligten im Kanzleramt aber vom bundesweiten Durchschnittswert der Grundsicherung aus — der aktuelle Wert liegt bei Euro im Monat. Es ist nicht die einzige Ungereimtheit. Die Aufstockung der Grundsicherung könnte sich für viele Betroffene sogar als Minusgeschäft entpuppen.

Das Grundsicherungsniveau in Bayern liegt bei durchschnittlich Euro im Monat. Wird dieser Betrag nach dem Modell der Lebensleistungsrente um 15 Euro auf Euro aufgestockt, würden Abzüge von gut 76 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Daraus ergibt sich eine Lebensleistungsrente von Euro im Monat — und damit weniger als die Grundsicherung.