Historische Wasserversorgung


Wie anders hätte er Deutschlands europäische Glaubwürdigkeit besser beweisen können? Dieser würde sich über eine Aufmerksamkeit sehr freuen. Es entstanden immer mehr Restaurants, Kolonialwarenläden und man fing an, Kochbücher herauszugeben. Die vornehmen französischen Bankette kamen auch in anderen europäischen Ländern in Mode.

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Mit Rührung erinnere ich mich an die fetten, linkischen Quarknockenschlangen, die danach quer zerteilt wurden und die Teller voll ausgelassener Butter mit Zimt, in denen sie schwammen; die zwei Zentimeter dicken, angebrannten Eierkuchen. Die in einem Blechnapf angesetzte Dickmilch. Einen Abglanz polnischer Küche, so wie ich sie aus meinem Elternhaus kannte, habe ich recht eigentlich erst in Nürnberg gefunden, im Restaurant des Krakauer Hauses.

Viel Fleisch, kein Ersatz, eventuell ein Hauch Eintopf. Tak samo kaszubska potrawa ferkase: Auf diese Weise sind präzise Rezepte entstanden, die der Leser heute erfolgreich nachkochen kann.

Aniela, von der Familie Nela genannt, begleitete ihn bei seinen weltweiten Auftritten. Sie konnte sogar auf zwei Herdplatten im Hotelzimmer ein Abendessen für ein ganzes Orchester zaubern. Von zu Hause aus mit der wunderbaren polnischen Küche ausgestattet konnte sie, zwischen Los Angeles und Paris reisend, einzigartiges Wissen zum Thema Küche in den verschiedensten Regionen sammeln, ganz zu schweigen von den Rezepten zahlreicher berühmter Personen, die in Nelas Küche geschmackvoll serviert werden, ebenso wie die leckeren Anekdoten.

Wenn sie im Restaurant ein neues Gericht zu sich nahm, war sie in der Lage, seine ursprünglichen Zutaten herauszuschmecken und es zu Hause haargenau nachzukochen.

Nela s Coockbook erschien im Alfred A. Knopf Verlag in New York. Auf Polnisch wurde dieses einzigartige Kochbuch zuerst im Polonia Verlag herausgegeben. Dabei handelte es sich um eine schlichte Ausgabe, ohne Abbildungen, doch Nelas Beschreibungen sind derart suggestiv, dass man die Rezepte nachkochen will. Ich gebe zu, dass ich oftmals mit Nelas Buch in der Hand Zeit in der Küche verbringe und alles, was ich bisher ausprobiert habe, ist meisterhaft geworden.

Die vielmals wiederholten Rezepte, die sich über Jahre hinweg bewährt haben, sind gelungen und das unterscheidet sie von den extravaganten Pseudorezepten in modischen Zeitschriften. Ich empfehle, die Geschichte von Nela Rubinsteins Bigos kennenzulernen, ihre Erinnerungen an die Verkostung jenes klassischen polnischen Gerichtes durch einzigartige Gäste, ihre Rezepte und guten Appetit!

Obwohl ich nicht behaupten kann, in Sachen Essen sehr sentimental zu sein, so meine ich doch, dass der Bigos ein wahrhaftiger Freund einer jeden Köchin und Hausherrin ist. Und ich muss zugeben, dass er mich nie enttäuscht hat. Alle Zutaten für den Bigos sind für gewöhnlich leicht zu bekommen, darüber hinaus kann man ihn gut im Schnellkochtopf zubereiten. Der Bigos ist ursprünglich ein Jägergericht gewesen.

Die polnischen Wälder waren schon immer reich an Wild und im Winter, wenn die Jäger für eine Woche in den Wald zogen manchmal sogar für noch länger, nahmen sie als Proviant Sauerkraut, geräuchertes Fleisch und unterschiedliche Gewürze mit. Abends, nach einem ganzen Tag im Wald konnte man all diese Zutaten sehr leicht in einem kleinen Kessel über dem Feuer aufwärmen und das Fleisch des soeben geschossenen Tieres hinzugeben.

Das Fleisch konnte beispielsweise von einem Kaninchen, Hasen, Wildschwein oder einem Wildvogel stammen: Ich serviere den Bigos ebenfalls immer mit Kartoffeln und Wodka. In Zeiten, als ich dieses Gericht vererbt bekommen habe, war es bereits keinesfalls nur ein primitives Gericht. Letztendlich entstand ein raffiniertes Gericht, das in Abhängigkeit von der Jahreszeit, während der es zubereitet wird jeweils leicht unterschiedlich schmeckt.

Das Gericht, das ich während meiner Jugend kennengelernt habe, war stets von den damals herrschenden Bedingungen abhängig. Mit Ausnahme des Salzes und der Gewürze, die man damals ein Mal pro Woche bei einem Wanderhändler kaufte, konnte man alle anderen Zutaten vor Ort erwerben. In Zeiten, als es noch keine Kühlschränke gab, war die Kunst der Nahrungsmittelaufbewahrung sehr gefragt. Ein Teil der Zutaten stammte aus der sich unter der Erde befindenden Kellervorratskammer, wo an den Wänden über den Regalen mit Reihen von Lehmtöpfen und Äpfel holte man aus einem speziellen kleinen Kellerraum, eigens zur Aufbewahrung von Früchten eingerichtet, wo sie auf Regalen die aus kleinen Brettchen bestanden, damit die Luft zirkulieren konnte inmitten von Stroh lagen.

Mit dem frischen Fleisch hingegen ist eine meiner frühesten Erinnerungen verbunden. Während unseres ersten Empfangs, den wir in unserer Wohnung im Pariser Montmartre gaben, habe ich mich entschieden, Bigos zu kredenzen. Daher verwundert es auch nicht, dass ich dieses Gericht während unseres Empfangs in Hollywood servierte, zu dem das ganze Ensemble des Ballets Russes sowie Personen aus der Filmwelt kamen.

Auch zum ersten polnischen Ball, der nach dem Krieg in New York veranstaltet wurde, kochte ich Bigos. Da es sich dabei um einen Wohltätigkeitsball handelte, dessen Einkünfte für polnische Emigranten vorgesehen waren, kochten wir eigenständig, um die Kosten der Veranstaltung niedrig zu halten. Von anderen denkwürdigen Empfängen, auf denen der Bigos die Hauptrolle spielte, möchte ich noch drei nennen. Da wäre zuerst der Empfang, den wir für die Musiker der Warschauer Philharmonie gaben, deren Gründer mein Vater gewesen ist, als sie zum ersten Mal nach New York kamen.

Der zweite, der in Venedig stattfand, stand in gewissem Sinne ebenfalls mit der Musik in Zusammenhang es handelte sich um ein spätes Abendessen zu Ehren Igor Strawinskys. In Venedig an Sauerkraut zu kommen war keine leichte Aufgabe. Ich bin daher der Meinung, dass unser Bigos es verdient hätte, ein internationales Gericht zu werden. Der Bigos zeichnet sich dadurch aus, dass man ihm nahezu jedem zu jeder Zeit servieren kann man kann ihn sogar unter schwierigen Bedingungen zubereiten.

Neulich, als das Stück Gottes vergessene Kinder, in dem mein Sohn John aufgetreten ist, den Broadway eroberte, habe ich beschlossen, einen Empfang für die Schauspieler und das ganze Technikerteam zu geben. Leider kam es so, dass ich mich während meines Aufenthalts in New York in einem Hotel einquartiert hatte und mir lediglich ein Herd mit zwei Herdplatten zur Verfügung stand.

Es hatte sich gelohnt, denn der Empfang fiel glänzend aus. Die Gäste, die sich an diesem Abend bei Ewa trafen, waren enge Freunde, die sich von der Arbeit her kannten. Selbstverständlich ist gutes Selbstbewusstsein ebenso wichtig wie gutes Essen, doch ich bin der Überzeugung, dass beide Begriffe mit der Gastfreundschaft verknüpft sind. Und nichts bringt dies besser zur Geltung, als ein ansehnlicher Topf schmackhaften Bigos. Wenn das Fleisch bereits gebraten ist und die Pilze eingeweicht man kann dies einen Tag früher machen , dann dauert die Zubereitung dieses Gerichts in einem Schnellkochtopf ungefähr 30 Minuten in einem einfachen Topf 45 Minuten.

Um sich die Arbeit zu erleichtern, kann man die restlichen Zutaten zerhacken und während des Bratens und Abkühlens des Fleisches kochen. Mit gekochten Kartoffeln oder Roggenbrot servieren. Zum Trinken empfehle ich eiskalten Wodka, Bier oder Rotwein. Wenn jedoch Rehbraten die Grundlage bildet sehr mageres Fleisch, dann sollte zwei Mal mit flüssiger Butter übergossen werden.

Während das Fleisch im Backofen ist, kann man sich folgenden Tätigkeiten zuwenden: Sauerkraut mit kaltem Wasser ausspülen, um auf diese Weise die überflüssige Säure loszuwerden. Abtropfen lassen und auspressen. Speck in Würfel schneiden, in den Topf legen und solange braten, bis er braun wird.

Äpfel schälen, entkernen und reiben. Nach einer Stunde die Steinpilze aus der Bouillon nehmen, gut abtropfen lassen und dünn schneiden. Die Bouillon beiseite stellen. Alle Zutaten in einem schweren Schmortopf geben, angefangen mit dem gebratenen Speck. Zwischen den einzelnen Schichten sollten Wacholderbeeren oder Kreuzkümmel untergebracht werden sowie Pfeffer und Lorbeerblätter. Mit geschlossenem Topfdeckel auf kleiner Flamme anderthalb Stunden köcheln lassen.

Den Topfinhalt ordentlich durchrühren und auf kleiner Flamme köcheln lassen. Es kann sein, dass noch ein Bouillonwürfel oder etwas Salz hinzugefügt werden müssen. Schinken in Würfel schneiden und ebenfalls beiseite stellen. Wer mag, kann in der Zwischenzeit Karamell zubereiten. Nach zwei Minuten, wenn dieser etwas abkühlt ist, mit der Bouillon verrühren, in der zuvor die Steinpilze eingetränkt waren.

Nach anderthalb Stunden den Topf mit den gedünsteten Zutaten von der Herdplatte nehmen und die Bouillon samt Karamell sowie das gebratene Fleisch, die Wurst und den Schinken hinzufügen.

Man kann auch alles mit Wein abschmecken. Wie zuvor beschrieben fängt man auch hier mit dem Einweichen der Steinpilze an jedoch nur in einem Glas Bouillon sowie dem Braten des Fleisches.

Nach einer Stunde, wenn das Fleisch teilweise gebraten ist, fügt man die geviertelten Zwiebeln hinzu und erhöht die Temperatur im Backofen.

Den Speck in Würfel schneiden und im offenen Schnellkochtopf anbraten. Den Schnellkochtopf mit kaltem Wasser abkühlen und den Deckel öffnen. Wurst, Schinken und Schweinefleisch. Probieren und gegebenenfalls einen Bouillonwürfel hinzufügen. Je nach Geschmack auch etwas Wein. Im offenen Schnellkochtopf alle Zutaten ca. Nochmals probieren falls notwendig nachwürzen und servieren. Knopfa w Nowym Jorku w roku. Sie haben nicht gerade den besten Ruf.

Weder in der Welt noch im eigenen Land. Ich gehe zum Deutschen hat dagegen gar keine Bedeutung. Ein einziges Mal im Leben wollten wir der polnischen Küche deshalb einen guten Dienst erweisen.

Per hatte sich ein deutscher Restaurantkritiker bei uns gemeldet, ein gewisser Dr. Er sei auf der Suche nach einem guten polnischen Restaurant, hatte er geschrieben. Ob wir ihm da vielleicht weiterhelfen könnten? Oder ob wir vielleicht sogar selber bereit wären, ihm die polnische Küche ein bisschen näher zu bringen? Vier Tage später standen wir in meiner Küche.

Wir wollten es dem Restaurantkritiker zeigen. Das Problem war allerdings: Wir hatten lange überlegt, aber als typisch polnisches Gericht war uns nur Bigos eingefallen. Der polnische Gemüseeintopf mit Sauerkraut. Also kochten wir eben Bigos. Der Bigos kochte bereits seit einem halben Tag.

Bis jetzt hatten wir uns nicht getraut, ihn zu kosten. So hatten wir den typisch polnischen Bigos in Erinnerung: Gemüse sammeln und die gefährlichen Vitamine möglichst lange abkochen. In den ersten Stunden hatte der Bigos vor allem nach Möhren gerochen, seit einiger Zeit dominierte jedoch das Sauerkraut.

So unterscheiden sich die Küchen gar nicht so gravierend sowohl die eine, als auch die andere Nation mag Fleischgerichte, Kartoffeln, Bier und Suppen. Nichtsdestotrotz vermute ich, nach ein paar Bier oder einigen Gläsern Wein wäre die Harmonie an einem solchen deutsch-polnischen Tisch ins Wanken gekommen. Grund hierfür wären die Unterschiede in der Zubereitung der Gerichte, denn unsere Küchen mögen zwar ähnlich sein, aber wie die Deutschen zu sagen pflegen: Der Teufel steckt im Detail.

Ich möchte an dieser Stelle von meinen ersten Erfahrungen mit der Besonderheit der deutschen Küche kurz erzählen: Über viele Jahre hinweg habe ich mich nicht getraut, Pommes frites ein zwar belgisches, aber in Deutschland sehr populäres Gericht mit Mayonnaise zu probieren. Für mich war diese Kombination schlicht unzulässig, ähnlich wie kalte Kartoffeln mit Mayo und anderen Zutaten wie Gurke, nicht selten im rohen Zustand, und Speckwürfeln , bekannt als Kartoffelsalat.

Genauso fremd war für mich der auf Partys gerne servierte Nudelsalat mit Erbsen, gewürfelter Wurst und Mayonnaise. Heute sind erlesenere Varianten von Nudelsalat verbreitet, wie zum Beispiel der mediterrane mit Rucola, getrockneten Tomaten und Parmesankäse; statt mit Mayonnaise wird er mit Öl und Balsamessig verfeinert. Es wird häufig angenommen, die Küche im Norden Deutschlands sei schlechter als die im Süden, die im Westen wiederum phantasiereicher als die in den neuen Bundesländern.

Bei meinen Erforschungen konnte ich jedoch feststellen, dass diese These recht oberflächlich sei und, wie gewöhnlich, eine Vereinfachung darstellt, die von der mangelnden Kenntnis über Gerichte und Geschichte herrührt oder mangelnden Erfahrungen mit regionalen Sterneküchen. Darüber hinaus hat nicht jeder exzellent kochende Freunde in verschiedenen Regionen Deutschlands.

In durchschnittlichen Lokalen hat ein Tourist in Deutschland selten die Gelegenheit, typische regionale Speisen kennen zu lernen. Will man das, muss man schon tiefer in die Tasche greifen und mit einem Michelin-Reiseführer in der Hand einen Tisch in einem Restaurant bestellen, das Haute Cuisine anbietet. Bauernküche und Adelsküche Wenden wir uns für einen Augenblick der Geschichte zu. Selbstverständlich, wenn wir in die Töpfe unserer Vorfahren hineinschauen könnten sowohl deren an der Weichsel, als auch deren am Rhein würden wir schon im Mittelalter Ähnlichkeiten feststellen: Über eine einheitliche Geschichte der deutschen Küche kann keine Rede sein, denn es gab viele verschiedene, die sich je nach Region und gesellschaftlicher Schicht sehr voneinander unterschieden.

Man darf auch nicht vergessen, dass es in der Zeit, als keine Lebensmittel importiert wurden, es keine Kunstdünger oder Gewächshäuser gab, es auf Tischen mal mehr, mal weniger Speisen gab.

Auch Wetterbedingungen regelten das Speiseangebot: Nach einer Dürre gab es karges Essen, nach guter Ernte ein Festmahl. Einen Hungrigen beschäftigte eher die Frage Wie viel esse ich? Auf den Tischen wohlhabender Menschen und des Adels tauchten immer leckere Gerichte auf, die unter anderem die Bewunderung der Gäste hervorrufen und den gesellschaftlichen Status der Gastgeber sowie deren Wohlstand unterstreichen sollten.

Im späten Mittelalter erlebten die Städte Mitteleuropas eine Blütezeit. Das milde Klima ermöglichte über Jahre hinweg gute Erträge. Gleichzeitig entwickelten sich kulinarische Klassenunterschiede: Seifried Helbling, Ritter und Verfasser von Satiren didaktischen Charakters, empört über die Willkür des einfachen Volkes, schrieb über die kulinarische Katastrophe, zu der es in Österreich kam: Auf den Tischen der Klöster Man kann nicht über deutsche Küche sprechen, ohne die Klosterküchen mit zu berücksichtigen.

In ihren Bibliotheken bewahrten sie die Schriften von Apicius auf, einem römischen Gourmet und Interessant ist das Urteil des berühmten französischen Philosophen Michel de Montaigne, das er nach seiner Deutschland-Reise im Jahre zum Ausdruck brachte: Die Klöster haben die Tradition der römischen Küche gerettet und die deutsche Küche deutlich vorangebracht. Vögel hatten zwei Beine, die Biber wiederum einen Schwanz, so konnten sie dem Wasserreich zugeordnet und an Fasttagen gegessen werden.

Natürlich zusammen mit dem Bier, das bis heute in dem Benediktinerkloster in Andechs oder in den Kellern von Paulanern oder Franziskanern gebraut wird.

Jahrhunderts in Deutschland überwunden worden waren, stieg die Nachfrage nach Fleisch, deshalb wurden zwanzig Tausend Ochsen aus Polen und Ungarn gekauft. Zeugnis dieser Zeit ist heute der steinerne Ochse auf der Fleischbrücke in Nürnberg.

Es wurden auch Gewürze aus Asien importiert, die auf dem Seewege nach Venedig gelangten. Kaufleute, die mit Pfeffer, Zimt und Piment gehandelt hatten, verdienten sich eine goldene Nase.

Interessant ist das Urteil des berühmten französischen Philosophen und Humanisten Michel de Montaigne, das er nach seiner Deutschland-Reise im Jahre zum Ausdruck brachte: Dies änderte sich erst im Die vornehmen französischen Bankette kamen auch in anderen europäischen Ländern in Mode. Jahrhundert wurde der französische Service durch den russischen abgelöst, wo man die Speisen nacheinander auftrug. Die Anzahl der Speisen sank und auch die Reihenfolge wurde festgelegt. All das geschah nach der Devise Weniger ist mehr.

Zu dieser Zeit begann man Porzellan und Besteck zu benutzen, bis dahin wurde von flachen Essbrettchen aus Holz gegessen. Gabeln kamen im Jahrhundert in Gebrauch, aber nur beim Adel. Das Bürgertum übernahm die Sitten des Adels erst im Unter Strohdächern dagegen speiste man noch lange aus einer gemeinsamen Schüssel mit einem Löffel.

Jahrhundert stand die deutsche Küche unter dem Einfluss des Mittelmeerraums, um sich später von der Neuen Welt inspirieren zu lassen. Jahrhundert begann man, sich für die westlichen Nachbarn zu interessieren. Der erste, der in Deutschland Kartoffeln angepflanzt hat, war jedoch der Breslauer Arzt Laurentius Scholz von Rosenau, Besitzer des legendenumwobenen Gartens Hortus Medici, in dem er hunderte exotische Pflanzenarten gesammelt hat. Jahrhunderts wurden Konservendosen erfunden, die den Transport sowie die Aufbewahrung von Nahrungsmitteln einfacher machten.

Darüber hinaus verbreiteten sich neue Erfindungen: Milchpulver , die sogenannte Erbswurst und damit die erste Tütensuppe ; Zucker, hergestellt aus Zuckerrüben, wurde zu einem Massenprodukt kamen die Margarine eine günstige Alternative zu Butter, die nach dem von Napoleon III. All diese Neuheiten beeinflussten die kulinarischen Gepflogenheiten des Bürgertums in wachsenden Städten. Es entstanden immer mehr Restaurants, Kolonialwarenläden und man fing an, Kochbücher herauszugeben.

Am berühmtesten war das Kochbuch von Henriette Davidis Praktisches Kochbuch zuverlässige und selbstgeprüfte Recepte der gewöhnlichen und feineren Küche. Bis zum Tod der Verfasserin erreichte es 21 Auflagen. Davidis arbeitete als Gouvernante und Hauswirtschafterin, ihr Buch sollte junge, bürgerliche Mädchen auf den komplizierten, verantwortungsvollen und wichtigen Beruf der Hausfrau vorbereiten. Ihrer Meinung nach hatte die Mehrzahl der jungen Frauen, die heirateten, keine Vorstellung vom Haushalt und richtiger Ernährung.

Und wie ist es heute? Ich bin mir nicht sicher, vielleicht bräuchten wir doch eine neue Davidis? Nun möchte ich Sie zu einem Ausflug durch die deutschen Regionalküchen einladen und verspreche, dass es Ihnen an Überraschungen für Feinschmecker nicht fehlen wird. Berlin und Brandenburg Ich beginne mit der deutschen Hauptstadt, die auch mein Wohnort ist. Für die brandenburgischen Sandböden waren Kartoffeln wie geschaffen, ähnlich wie Zwiebeln oder Spargel auf die Letzteren komme ich später noch zurück.

Herrlich sind auch gekochte Gartengurken mit Dill als Beilage zum Fisch. Die Letzteren brachten die kleinen, krummen Gurken in die Region, ohne geahnt zu haben, was für eine kulinarische Revolution ihr Geschenk auslösen würde.

Einst wurden pulverisierte Gurken zum Abschrecken von Mäusen verwendet, erst nach der Ankunft der Flamen begann man, Gurken zu würzen und einzulegen. Sie werden von Feldern mit den sogenannten Gurkenfliegern geerntet, kleinen Traktoren mit zwei Tragflächen links und rechts, die an Flügel erinnern. Die Erntehelfer liegen darauf mit ausgebreiteten Armen und sammeln die Gurken. Es ist schwer zu sagen, welche Gur- Was Berlin angeht, so konnte sich hier eine für die Stadt typische Küche nie entwickeln, denn nach Berlin kamen sehr viele Einwanderer aus Schlesien, Frankreich, Polen, der Türkei und in letzter Zeit auch aus der ehemaligen Sowjetunion.

Deshalb ist die heutige Berliner Küche eine internationale, bunte Mischung mit einigen Haute-Cuisine-Lokalen denn diese dürfen in einer Hauptstadt nicht fehlen, die von Eliten aus der ganzen Welt besucht wird. Die Zutaten werden in die Pfanne geworfen und dann landen sie auf dem Teller.

An dieser Stelle darf man auch eine Spezialität nicht vergessen, die für Berlin typisch ist und angeblich auch hier erfunden wurde die Currywurst. Zu diesem Zeitpunkt konnte sie nicht ahnen, dass 50 Jahre später ein Deutsches Currywurst Museum entstehen hundert Meter vom Checkpoint Charlie entfernt , und in der Imbissbude Krasselt s am Roseneck Currywurst mit Champagner serviert werden würde.

Erwähnenswert ist noch eine seltsame Weihnachtstradition. Es stellte sich heraus, dass diese Tradition aus der Zeit der Berlin-Blockade stammt, als es Der erste, der in Deutschland Kartoffeln angepflanzt hat, war der Breslauer Arzt Laurentius Scholz von Rosenau, Besitzer des legendenumwobenen Gartens Hortus Medici, in dem er hunderte exotische Pflanzenarten gesammelt hat.

Kartoffeln, die von Francis Drake aus Amerika gebracht wurden, wuchsen im Garten von Scholz bereits schwierig war, etwas Vornehmes zu essen zu bekommen. In den letzten Jahren, nach der Wiedervereinigung Deutschlands, dem Regierungsumzug nach Berlin und dem steigenden Touristenverkehr, verwandelte sich die Hauptstadt in eine Feinschmecker-Stadt. Aber für den Durchschnittsberliner, in einer Stadt mit einer Arbeitslosenquote von 24 Prozent, gilt immer noch der Spruch: Ab Mai beginnen viele Unterhaltungen in Berlin mit der Frage: Haben Sie schon Spargel gegessen?

Die Wurzeln dieser Gemüsesorte können eine Länge von bis zu sechs Metern erreichen und sich sehr gut mit Wasser versorgen, sogar bei Dürre. Die Spargelsaison endet mit der Kirschreife Kirschen rot, Spargel tot. Statistisch gesehen verzehrt jeder Einwohner Brandenburgs jährlich ein Kilo Spargel.

Mir ist aufgefallen, dass in Polen Spargel nur ganz kurz gekocht wird, in Deutschland dagegen wird er nach 20 Minuten Kochzeit gegessen, was ich empfehle. Aus dem Spargelkochwasser wird eine Suppe zubereitet, mit Sahne, Ei und den übriggebliebenen Spargelresten. In der hiesigen Küche dominiert auch die Kartoffel, die von den Mecklenburgern Trüffel genannt wird. Jüngst wurde die in Vergessenheit geratene Steckrübe wiederentdeckt, eine regionale Spezialität. In dieser Region wird Fisch und nochmals Fisch gegessen, teils auch Wildgeflügel.

Aber passender in diesem Fall wäre vermutlich: Der Spur des Aals folgend, denn diese Fischart, die in den deutschen Gewässern reichlich vertreten ist, gehört zur traditionellen Berliner Küche.

In Schleswig-Holstein wird Aal in Aspik zubereitet, doch dafür braucht man magere und lange Exemplare. Das Aspik, in dem neben dem Aal Möhren und hartgekochte Eier zu finden sind, wird pikant gewürzt. Im Mai bricht in Deutschland nicht nur der Spargelwahn aus, die Deutschen werden auch verrückt nach Scholle, einem flachen und fein schmeckenden Fisch.

Die gebratene Scholle aus der Familie der Plattfische wird traditionell mit einem hervorragend schmeckenden Püree aus Kartoffeln serviert. Hierzu werden Kartoffeln in Salz- Die kalorienreichen Kartoffeln werden mit Muskatnuss, Pfeffer und Salz abgeschmeckt und zusammen mit dem Fisch im Speckmantel gebraten. In dem Bundesland an der Nord- und Ostsee begegnen wir zwei Küchen: Kaufund Seeleute brachten Neuheiten in die Hafenstädte und führten sie in die deutschen Küchen ein.

Nicht nur in Bayern, sondern auch in Schleswig- Holstein werden gerne Klüten zubereitet, die häufig als Einlage für Suppen dienen. Ein typisches Gericht, das häufig am Heiligabend gegessen wird, ist Grünkohl, dessen Ernte auf den Feldern erst nach dem ersten Frost beginnt.

Da er Vitamin C enthält, eignete er sich vorzüglich für Seeleute auf Schiffen. Der blättrige Kohl benötigt eine Menge Fett, um seinen Geschmack zu entfalten. Er wird mit geräuchertem Schweinefleisch gekocht und mit einer Wurst namens Pinkel gegessen, deren Hauptbestandteil Grütze ist. Das Flachland mit seinem feucht-salzigen Meeresklima an der Nordsee eignet sich hervorragend für den Anbau dieser Kohlart.

Die westlichen Winde bilden einen natürlichen Schutz vor Schädlingen. Die flachen, riesigen Weiden Schleswig-Holsteins sind für Schafzucht wie geschaffen. Daher gehört auch Lammfleisch zu den Spezialitäten der regionalen Küche. Hier wurde , als es aufgrund eines Ernteausfalls keinen Weizen mehr gab, eine Mischung aus Zucker und gemahlenen Mandeln erfunden, nach dem Heiligen Markus Markusbrot genannt.

Marzipan war somit ein Luxusprodukt, nur für die Reichsten. Eine andere Spezialität aus der Stadt war der Lübecker Rotspon. Damals herrschte die Auffassung, Wein würde während langer Schiffsreisen am besten reifen, wonach der in Lübeck abgefüllte Bordeaux in seinem Heimatland Frankreich hohes Ansehen genoss.

Bremen dagegen setzte auf deutschen Wein und wetteiferte mit Lübeck um den Titel der Weinhauptstadt des Nordens. Daher ist es verständlich, dass sich die deutsche Kaffee-und-Kuchenoder Tee-Kultur ausgerechnet im Norden entwickelt hatte. Aber auch in Sachsen worauf ich später zurückkommen werde NRW klingt für viele Polen bekannt aufgrund der Migration polnischer Arbeiter in die Bergwerke des Ruhrgebiets. Obwohl man auf den ersten Blick das Bundesland mit einer einfachen, armen Küche assoziiert, erwarten uns auch hier kulinarische Überraschungen, die ein Feinschmecker nicht verachten würde.

Also, wie schmeckt NRW? Mit Sicherheit nicht nach Champagner und Kaviar, dafür ist die Region zu ländlich und zufrieden damit, was auf den heimischen Feldern wächst. Die Küche Nordrheins und Westfalens kann man als lokal, unkompliziert und ziemlich puristisch bezeichnen. NRW ist das bevölkerungsreichste deutsche Bundesland. Noch heute gelangt jede zweite Tasse Kaffee, die in Deutschland getrunken wird, über Bremen hierher.

Eine der bevorzugten Winterspezialitäten in Schleswig ist der Pharisäer, ein Getränk aus Kaffee, Rum und Schlagsahne ausgezeichnet im Geschmack, jedoch kann seine Wirkung schnell gefährlich werden. Der dazugehörige Rum wurde in Flensburg gebrannt. Noch heute findet man den Pott-Rum in den Regalen deutscher Supermärkte. Die fröhlichen, heiteren Kölner leben neben den evangelischen Westfalen. Gerichte mit so exotisch klingenden Namen, wie Möppkenbrot, Panhas oder Wurstebrei, haben sich über Jahrhunderte hinweg bewahrt.

Westfalen ist das Vaterland von Wurst und Schinken, und am berühmtesten ist der Knochenschinken. Könige aus ganz Europa bestellten ihn für ihre Höfe und schätzten seinen ausgezeichneten Geschmack. Am besten schmeckt er mit frischem Pumpernickel; eine kulinarische Verbindung, die man als westfälische Gaumenfreude bezeichnen könnte. Selbstverständlich werden Erdäpfel Kartoffeln auch hier geschätzt. Nebenbei gesagt, lieben Deutsche ähnlich wie Polen Wurst.

Es gibt drei verschiedene Gruppen von Wurstsorten: Die Rohwurst wird aus rohem Fleisch, Speck und Gewürzen zubereitet und durch Trocknen oder Räuchern konserviert, es sei denn, man verzehrt sie gebraten Rostbratwurst.

Die Kochwurst dagegen wird aus gekochtem Fleisch oder Leber zubereitet und mit Gelee oder Blut abgerundet. Viele Manufakturen haben ihre Geheimrezepte, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. So wird gesagt, das Brät der Leberwurst sei noch ein unerforschtes Gebiet. Schon für vier Euro kann man in jedem Supermarkt eine Flasche dieses göttlichen Getränks kaufen.

Der Star in Köln ist vor allem das berühmte helle Bier das Kölsch, das aus schlichten Gläsern getrunken wird. In Westfalen wird eher Pils getrunken, das in sieben Minuten gezapft werden sollte. Diese Zeit haben die Einwohner Nordrheins einfach nicht, sie schenken das Kölsch schnell ein, ohne auf die Schaumkrone zu achten. In Köln spürt man den französischen und holländischen Einfluss. So werden Muscheln rheinische Art gegessen, die in Riesling gekocht und mit Pumpernickel serviert werden.

Zu den beliebten Spezialitäten im Sauerland gehört der Sauerbraten: Niedersachsen Die niedersächsische Küche hatte vor allem ein Ziel: Jeden auf seine Art, anspruchslos und günstig. Wir könnten also annehmen, dass uns in Niedersachsen keine besonderen Überraschungen erwarten.

Die Cumberlandsauce wird aus im Rotwein gedünsteten Orangen- und Zitronenschalen, Johannisbeergelee, Preiselbeeren, ein bisschen Meerrettich, Senfpulver und Rotweinessig zubereitet.

Heute wird aber häufig auf ein Fertigprodukt zurückgegriffen. Ihr Sohn, Georg I. Es waren die Engländer, von denen die Hannoveraner die Vorliebe für Schildkrötensuppe übernommen haben, aber später wurde die Suppe nicht mehr mit Schildkrötenfleisch gekocht. Dass das exotische Fleisch eines Reptils gegen das eines Säugetiers ausgetauscht wurde, verdanken wir einerseits Napoleon, auf der anderen Seite einem anonymen Bauern aus Niedersachsen.

Die Deutschen verdanken den Welfen ein weiteres bekanntes Gericht die Welfenspeise. In Osnabrück wird Grünkohl Osnabrücker Palme genannt. Noch heute werden in der Stadt Wettkämpfe im Grünkohlessen organisiert. Um so viel Grünzeug verdauen zu können, werden einige Promille benötigt, daher ist das Grünkohlessen nicht selten ein willkommener Grund, mit Alkohol über die Stränge zu schlagen.

Rheinland-Pfalz Wir kehren an den Rhein zurück. Auf dem Hinweg machen wir einen Zwischenstopp im Sauerland und Südhessen.

Ob man im Süden oder Norden besser oder schlechter essen kann, ist eine Frage des Geschmacks. Dennoch gibt es eine kulinarische Grenze: Auf der rechten Rheinseite befinden sich die am nördlichsten gelegenen Weinbaugebiete. Die Rheinhänge schützen die Weinstöcke vor den heftigen Winden aus dem Norden, und der von der Sonne aufgewärmte Boden auf den nach Süden gewandten Hängen leitet die Wärme an die Weinreben weiter.

Warme, sonnige Tage und kühle Nächte tun dem Riesling sehr gut: Die Trauben reifen langsam und behalten ihr Aroma und ihren Geschmack. Die traditionelle Küche auf dem Land und bei den Winzern am Rhein war immer einfach, aber lecker. Lokale und saisonale Gerichte erleben heute im Rheingau eine Renaissance. Nördlich vom Rhein wird Flammkuchen serviert. Ein dünn ausgerollter Boden, der mit Zwiebeln und Speck belegt ist und somit an eine Pizza erinnert.

Zum Flammkuchen schmeckt Wein sehr gut. Aber das Nationalgericht der Pfalz und das Lieblingsgericht des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl ist der berühmte Saumagen, ein gefüllter Schweinemagen. Angeblich reicht die Geschichte dieses Gerichts bis in die Hofküche Elisa- Archiv beths Charlotte, der Prinzessin von der Pfalz geb in Heidelberg zurück.

Liselotte, wie sie genannt wurde, soll das Rezept in der Normandie kennen gelernt und in etwas abgewandelter Form in die Pfalz gebracht haben. Frankreich wiederum hat ihr die Leberwurst zu verdanken. Da er in dicke Scheiben geschnitten serviert wird, erinnert er nicht mehr an einen Magen.

Im Herbst werden der Füllung anstatt Kartoffeln oder zusätzlich zu Kartoffeln Esskastanien beigefügt. Saumagen wird bevorzugt mit Sauerkraut und Riesling serviert.

Baden-Württemberg 54 Die Küche Baden-Württembergs, die von der französischen Küche des nahe gelegenen Elsass inspiriert worden ist, gehört zu den besten in Deutschland.

Hier begegnen wir genialen Köchen, die einerseits regionale Produkte fördern, andererseits neue, leichte Haute-Cuisine-Gerichte kreieren. Berühmt sind hier die Maultaschen deutsche Piroggen in einer Suppe. Es ist gleich, ob Maultaschen eine Variante der italienischen Ravioli sind diese werden häufig mit Spinat gefüllt , sie waren jedenfalls ein Armenessen, da so Essensreste weiter verwertet werden konnten.

Spricht man über den deutschen Südwesten, dürfen auch Spätzle nicht fehlen. Der Name der Teigwaren, der von dem Wort Spatz kommt, entstand bereits im Der Teig wird dann mit einem Spätzlehobel direkt ins kochende Wasser gerieben. Wenn die Spätzle fertig gekocht sind, werden sie mit Käse und Zwiebeln vermengt, bis der Käse schmilzt und Fäden zieht.

Noch ein grüner Salat und fertig ist das Gericht, das trotz seiner Einfachheit sehr raffiniert ist. Spätzle können auch mit Linsen serviert und mit frischem Spinat zubereitet werden. Gegessen wird sie zu Wild Fasan. Die Weintrauben werden in Butter gedünstet, mit Zucker glasiert, mit einem Schuss Cognac abgelöscht, etwas angedickte Hühnerbrühe wird beifügt; gewürzt werden sie mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer.

Glauben Sie mir, das schmeckt ausgezeichnet! Saarland Die Küche Saarlands wurde von Frankreich inspiriert.

Daher finden wir hier eine Symbiose zwischen französischer Phantasie und deutscher Solidität. Ein typisches und herrlich schmeckendes regionales Gericht ist ein Salat aus den Blättern von Mariendisteln mit Kartoffeldressing. Die typische Wurst für die Region ist die Lyoner, die mit Kartoffelwürfeln in viel Fett gebraten gegessen wird. Hier ist es nicht nur der starke Dialekt, den ein Ankömmling aus Berlin oder dem Norden Deutschlands nicht versteht.

Auch die Namen der traditionellen Gerichte verwundern die Besucher, denn wie kann man zum Beispiel eine Hirnwurst auch Gelbwurst genannt essen, in der es kein Hirn gibt, oder einen Leberkäse, der weder ein Käse, noch eine Leberwurst ist? Der Gerstensaft ist Angelegenheit der Kirche und kirchliches Kapital.

Es waren in erster Linie die Benediktiner, die sich mit der Bierherstellung befasst haben, und sie tun es nun seit fast tausend Jahren. Die bekannteste Klosterbrauerei befindet sich in Andechs, die idyllischste wiederum in Sachsenkam im Kloster Reutberg. Die meisten Brauereien befinden sich in Bamberg, und das Brauereimuseum in Kulmbach. Hopfen, Gerste und Wasser sind die drei wichtigsten Bierzutaten, wie das Bierreinheitsgebot aus dem Jahr festschrieb.

Deutsche und Polen lieben Biergärten früher auch Bierkeller genannt. Und diese entstanden im Jahrhundert aus der Notwendigkeit, Bierfässer zu kühlen. Jedoch riefen die Klosterbiergärten bei Wirtshausbesitzern Unmut hervor, denn das in Klöstern angebotene Bier war günstiger und zog somit die Kunden an.

Die Lokale wurden dadurch aber noch gemütlicher, da die Kunden Picknickkörbe voller Essen mitbringen durften. Ab dann wurden Biergärten ein beliebter, unverbindlicher Treffpunkt für Freunde. Bier als flüssiges Brot durfte auch in der Fastenzeit getrunken werden. Aber da Bier allein den Magen nicht täuschen konnte, wurde später dazu Brot serviert. Dazu wird der Camembert mit dem Frischkäse und der Butter verrührt und die so entstandene Masse passiert, um eine cremige Konsistenz zu erreichen.

Paprika verleiht dem Obatzter eine orangene Färbung. Ihre Lieblingssalate sind der Kartoffelsalat mit Räucherspeck sowie Wurstsalat. Ein Stück Brot mit Obatzter drauf gehörte früher zum zweiten Frühstück, denn früh morgens wurde Milchsuppe gegessen. Knödel und Bayern sind ein anderes Kapitel. Die Teigmasse für Serviettenknödel wird aus Mehl, Kartoffeln und Eiern zubereitet, in ein Leinentuch Serviette gewickelt und von pfiffigen Hausfrauen in der Waschmaschine trocken geschleudert.

Das ist die bayrische Variante der Molekularküche. Es gibt noch andere, runde Knödel mit Brotstückchen drin. Auch das Lieblingsgebäck der deutschen Kinder stammt aus Bayern die Brezeln. Natronlauge diente normalerweise zur Reinigung der Backbleche.

Das Ergebnis war so sensationell, dass man ab sofort Brezeln immer mit Lauge backte. Geht es ums Brot, so ist die beste Bäckerei die Hofpfisterei, die die bayrischen Könige über hundert Jahre lang mit Brot versorgte. Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch Nürnberg mit seinen Bratwürstchen, die mit den Thüringer Rostbratwürsten um den ersten Platz kämpfen. Die einen sind mit Thymian, die anderen mit Majoran gewürzt, aber beide, serviert mit Senf, Ketchup und frischem Brötchen, unwahrscheinlich köstlich.

Sachsen und Thüringen Die kulinarischen Gepflogenheiten Sachsens und Thüringens sind den bayrischen ähnlich. Kaffee wurde damals über Frankreich importiert, was mit erheblichen Zollgebühren zugunsten Frankreichs verbunden war. Da dies Friedrich II. Seinen Platz sollten deutscher Wein sowie deutsches Bier einnehmen, und Kaffeetassen, -mühlen und -röstmaschinen vernichtet werden.

Es gibt auch die Dresdner Eierschecke, marzipangefüllte Backpflaumen, die im Mehl, Zucker und Öl gebacken werden, und natürlich den Klassiker: Der berühmte Stollen wird in Dresden gebacken. Es ist ein Hefeteig mit Trockenfrüchten, der hauptsächlich zu Weihnachten gegessen wird. In Dresden entstand auch das berühmte Fürst-Pückler-Eis.

Sein Landbesitz, das sich eigentlich in der Lausitz befindet, lag bis in Sachsen, daher gilt das Eis bis heute als eine sächsische Spezialität. Ich möchte das Originalrezept des Fürsten zitieren: Nehmen Sie für Gute Laune: Vanillezucker, so haben Sie das Rezept für mein erst vor einigen Tagen komponiertes Eis. Hier endet unsere kulinarische Reise. Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit! Im Frühjahr wird in polnischer Sprache im Warschauer W.

Verlag ihr Berlin-Buch Berlin. Przewodnik po duszy miasta erscheinen. To dla kraju jak gradobicie!. A jak jest dzisiaj? Berlin i Brandenburgia Rozpoczynam od stolicy i zarazem miejsca mojego zamieszkania. W sumie wiele manufaktur ma swoje tajemne recepty, przekazywane z pokolenia na pokolenie. Rybaka, marynarza i rolnika. Nadrenia-Palatynat Powracamy nad Ren. Kluski i Bawaria to osobny temat: To bawarski wariant kuchni molekularnej.

Saksonia i Turyngia Saksonia i Turyngia to rejony o zwyczajach kulinarnych podobnych do bawarskich. Przewodnik po duszy miasta. Das ist die Gretchenfrage, die Frauenzeitschriften das Überleben sichert. Ungleich schwieriger noch die Aufgabe für einen berühmten Filmstar, der den ganzen Tag Hollywoodträume produziert und auch nach Drehschluss unaufhörlich weiter an der eigenen Legende strickt. Zeit für hausfrauliche Tätigkeiten bleibt da nicht mehr sollte man meinen. Marlene Dietrich nahm sie sich, trotz voller Terminkalender, zahlreicher Liebhaber, Ehemann und Kind.

Sie nahm sich Zeit für ihre Lieblingsbeschäftigung neben Legendenstricken und Träumeweben und kochte, kochte, kochte. Zu Hause, auf dem Set und in Hotelzimmern, am liebsten auf Gas, wenn es sein musste auch auf einer einfachen elektrischen Heizplatte. Kochen ist eine der besten Beschäftigungstherapien, die ich kenne, schreibt sie im ABC meines Lebens. Ihr Rezept für stressfreies Kochen: Einfache Kost die lieben Kinder und Männer auch.

Schönste Frau der Welt, unnahbare Femme fatale, Rebellin in Frack und Zylinder das sind die Rollen, die sich unendlich perpetuiert ins Gedächtnis der Nachwelt eingebrannt haben. Marlene- Apologeten zur Beruhigung: Auch beschürzt blieb sie eine Göttin. Zwei Fotos aus ihrem Nachlass beweisen das. In ihrem Haus in Beverly Hills traf sich ein illustrer Freundeskreis zum Schlemmen und wer nicht wenigstens einmal bei einem ihrer Krebsessen dabei war, musste sich ernsthafte Sorgen um seine Reputation machen.

Eben noch eiskalt taktierende Zeugin der Anklage, stand sie im nächsten Moment am Herd und verwöhnte in den Drehpausen die ganze Filmcrew mit ungarischem Gulasch und Gurkensalat, Wiener Schnitzel und Rosenkohl.

Ihren Kraftbrühen aus Hühner- oder Rindfleisch, den flüssigen Steaks, die sie in Thermosflaschen zum Set schleppte, wurden magische Kräfte nachgesagt. Mit ihren berühmten Rühreiern, gebraten in einem Pfund guter Butter, testete sie die Sinnenlust ihrer Liebhaber. Wen sie mochte, den bekochte sie. In ihren Memoiren schreibt die Dietrich, auf ihren Ruf als gute Köchin sei sie stolzer gewesen, als auf die Filmlegende.

Die schnitt sie aus Magazinen aus oder kritzelte sie auf Servietten und Zeitungsschnipsel. Knapp zehn Monate später starb sie, jährig. Das beste Fleisch bleibt hart und trocken, wenn es eiskalt der Hitze ausgesetzt wird. Es schadet dem Fleisch nichts, wenn man es wenigstens eine Stunde vor dem Zubereiten aus dem Eisschrank nimmt.

Doch eins ist sicher, der Schaden wird sich beim Essen zeigen, wenn man kaltes Fleisch auf den Grill, in den Ofen oder in die Pfanne tut. Hitze versiegelt den Saft im Fleisch. Vier Pfund schieres Rindfleisch in Würfel geschnitten in ein Schraubglas tun.

Das zugeschraubte Glas im Wasserbad langsam vier Stunden lang erhitzen. Die Flüssigkeit, die sich im Glas bildet, ist ausreichend für die Tagesration eines Erwachsenen. Möglichst verwenden, solange er frisch ist. Gulasch Wenigstens vier Stunden vor dem Essen mit dem Zubereiten beginnen, damit es richtig weich und saftig wird; man lässt am besten den Topf zugedeckt neben dem Feuer stehen, wenn es gar ist.

Man braucht einen Topf mit dickem Boden, vier Pfund Gulaschfleisch, in kleine Würfel geschnitten, ein Pfund fein gehackte Zwiebeln, die man in Butter dünstet, bis sie goldbraun sind, dazu Paprika. Dann das Fleisch hineintun, aber darauf achten, dass alle Stücke den Topfboden berühren.

Rühren, damit die Zwiebeln nicht anbrennen. Sollte das Fleisch Saft abgesondert haben, sodass es statt zu braten zu schmoren beginnt, den Topf zudecken. Wenn die Flüssigkeit verdampft ist und Dann genügend Bouillon oder Wasser nachfüllen, damit das Fleisch bedeckt ist.

Schmoren lassen, bis es weich ist. Dem Kalbfleisch füge man die fein geriebene Schale einer halben Zitrone und eine klein gehackte Tomate bei, nachdem man Fleisch und Zwiebeln gemischt hat. Vor dem Servieren kann man je nach Geschmack saure Sahne dazutun oder sie einfach auf den Tisch stellen, da manche Leute Gulasch lieber ohne Sahne essen. Das fertige Gulasch nicht in den Eisschrank tun. Am besten lässt man es neben der Flamme auf dem Herd stehen, bis Zeit zum Essen ist.

Am nächsten Tag schmeckt es sogar noch besser. Gurkensalat Beim Schälen nicht am schmalen Ende anfangen. Das schmale Ende ist oft bitter, und das Messer überträgt den bitteren Geschmack auf die ganze Gurke. Den Rest der Gurke in dünne Scheiben schneiden oder hobeln und in eine Schüssel tun. In die Schüssel mit den Gurkenscheiben eine kleinere Schüssel tun und fest andrücken. Mindestens eine halbe Stunde in den Eisschrank stellen. Wenn möglich, noch langer. Vor dem Servieren den Saft, der sich in der Schüssel gebildet hat, aus den Gurkenscheiben herausquetschen, und zwar mit den Händen.

Geräte oder Maschinen helfen einem da nicht. Dann mit den bevorzugten Zutaten vermengen. Kochen 66 Wenn man zu viel Salz in die Suppe, das geschmorte Fleisch usw. Wenn die Töpfe Wasserstein haben: Wasser mit Kartoffelschalen und Essig darin kochen. Ein bisschen Salz hinzufügen. Ein paar Tropfen Zitronensaft, etwas Toilettewasser hineinträufeln, und man hat eine sehr gute Lotion für die Hände.

Wenn gekochtes oder geschmortes Fleisch nicht richtig weich werden will: Ein bisschen doppelkohlensaures Natron und Essig dazutun. Wenn der Kuchen sich nicht von der Form lösen will: Kuchen umgekippt lassen und ein nasses Tuch um die Form legen.

Im Handumdrehen wird der Kuchen herausgleiten. Wenn man sich nicht auf seinen Ofen verlassen kann und die Kruste des Kuchens zu hart zu werden droht: Wenn man Eier kocht und nicht dauernd auf die Uhr sehen will: Sie im kalten Wasser aufsetzen; wenn das Wasser zu kochen beginnt, sind die Eier gerade richtig weich. Wenn alles am Boden der Pfanne kleben bleibt: Die Pfanne mit einem Stückchen Speck einreiben, sie ein paar Tage lang nicht benutzen, aber hin und wieder weiter mit Speck nähren.

Russischer Salat Äpfel, Toma - ten und Zwie - beln werden klein geschnitten. Dazu Salz, Öl und Zitronensaft sonst nichts.

Eine gute, ausreichende Mahlzeit mit nichts anderem dazu als Brot und Butter und, wenn man will, Käse. Schnitzel Wenn man seinen Schlachter überreden kann, einem wirklich zartes, rosiges Kalbfleisch zu geben, dann kann man Schnitzel machen. Die Scheiben dürfen nicht dicker als ein halber Zentimeter sein. Man klopft sie am besten noch dünner. Salz und etwas Pfeffer fein gemahlen hinzufügen.

Geriebene Semmel auf einen anderen Teller tun, mit ein wenig Salz und Pfeffer würzen. Nicht vergessen, dass man bereits das Ei gesalzen hat! Eine Zitrone in vier Teile schneiden. Zusehen, dass das Gemüse, das man mit den Schnitzeln servieren will, so weit fertig ist.

Auf dem Küchentisch ein Stück weiches Papier oder Papierhandtücher ausbreiten. Sich vergewissern, dass die Familie oder die Gäste zur Mahlzeit bereit sind beziehungsweise den ersten Gang beendet haben.

Erst dann die Pfanne langsam erhitzen. Die Schnitzel erst in dem Ei und dann in der geriebenen Semmel wälzen. Die Butter oder das Öl dürfte jetzt goldbraun sein. Das gibt der Panierung die nötige Festigkeit. Nach einer knappen Minute die Flamme wieder auf halb drehen. Inzwischen die vorgewärmten Teller abtrocknen und bereitstellen. Wenn man die Schnitzel aus der Pfanne nimmt, sollte die Panierung nicht feucht sein und nicht tropfen. Tut sie es doch, legt man jedes Schnitzel für eine Sekunde auf das bereitgelegte Papier.

Ein richtiges Schnitzel muss trocken sein. Auf jeden Teller eine Viertelzitrone legen und, wenn vorhanden, etwas Petersilie. Wenn man Gemüse, das Saft enthält, dazugibt, nicht auf demselben Teller, sondern auf einem separaten Teller servieren. Trotzdem darf man niemandem Vorwürfe machen, wenn er alles zusammen auf einen Teller legt und den zweiten für das Gemüse nicht benutzt. Jahrhunderts trat für die Stadt wieder Wassermangel, hervorgerufen durch den Bergbau Aufschlagwasser und durch die Hüttenindustrie auf.

Aus diesem Grund wurde der Wasserstolln auch Erbstolln bzw. Bis Ende des Jahrhunderts war er die erste öffentliche Wasserleitung und gleichzeitig die Hauptwasserversorgung der Stadt. Die Stollnlänge betrug ca. Die Stolln und die Röschen wurden vorrangig in der Steinschleusenbauweise gebaut. Zur Sicherung der Wasssergebiete wurden die angrenzenden Benutzungsflächen von der Stadt gemutet und belehnt, damit dort kein Bergbau betrieben wurde. Jahrhunderts trat abermals Wassermangel für die Stadt auf.

Dabei wurde auch weiteres Wasser dem Münzbach entzogen. Gründe waren der häufige Wassermangel der Stadt und die oft schlechte Wasserqualität des Röschenwassers. Aufgrund der hohen Baukosten wurde der Bau der Rösche abgebrochen. Dort befand sich der Wasserkasten in einem Wasserhaus. Mit Hilfe von Wehren wurde das Wasser gestaut, damit für eventuelle Brände schnell ausreichend Löschwasser vorhanden war. Jahrhunderts trat zum wiederholten Male Trinkwassermangel auf. Nach einem Vorschlag des Ingenieur Gruner aus Tharandt wurde für die Stadt eine getrennte Wasserversorgung empfohlen; 1.

Die Trennung der Wassersysteme war für die damalige Zeit beispielhaft. Die Röschenleitung 3,25 km lange Eisen- bzw. Das Brauchwasser sollte nur für gewerbliche und öffentliche Zwecke verwendet werden. Niklasbornleitung und in einen Hochbehälter geleitet. Im Wasserversorgungssystem waren leider noch drei wesentliche Mängel vorhanden: Schützenhaus mit m NN.

Der damalige Ingenieur Henochsberg schlug 7 Varianten zur einheitlichen Trinkwasserversorgung der Stadt vor, wobei das sogenannte " Gimlitztalprojekt " vom Stadtrat angenommen wurde.

Aus den damaligen unbesiedelten wasserreichen Tälern der Gimlitz, oberhalb der Ortschaften Burkersdorf und Dittersbach bei Frauenstein, wurden Quellfassungen angelegt und das Wasser über Rohrleitungen die 5 m tief in der Erde lagen zu einem Hauptsammelschacht geführt.

Das abgeführte Wasser wurde in einen neugebauten Hochbehälter geleitet. Der Wasserspiegel betrug jetzt m NN. Vom Hochbehälter führten zwei Fallrohre mm Innendurchmesser in das ehemalige Brauchwassernetz der Stadt.